Der Fachtierarzt informiert: Chronische Niereninsuffizienz

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Diagnostik und wichtige Grundlagen der Therapie

Die chronische Niereninsuffizienz (CNI) entwickelt sich bei Katzen und Hunden meist schleichend, anfangs treten keine merklichen Symptome auf. Sind die Blutwerte (Nierenwerte) verändert, liegt allerdings bereits ein erheblicher Nierenschaden vor. Da die CNI zu den progressiven Erkrankungen mit kontinuierlicher Verschlechterung zählt, ist es sehr wichtig, diese beziehungsweise eine Funktionsbeeinträchtigung der Niere bei Hunden und Katzen möglichst frühzeitig zu erkennen.

Eine ganze Reihe von Erkrankungen bei Hunden und Katzen können ein Risiko für eine sekundäre Schädigung und/oder Mitbeteiligung der Niere beinhalten. Hierzu zählen zunächst alle Erkrankungen, die mit einem zu hohen oder zu niedrigen Blutdruck einhergehen. Weitere Risikofaktoren für die Entstehung einer chronischen Niereninsuffizienz sind Infektionen des Harntraktes (Cystitis beim Hund, bei Katzen insbesondere auch FLUTD und FIC) sowie alle Krankheiten, die mit der Bildung von Antigen-Antikörperkomplexen einhergehen. Diese können eine spezifische Nierenentzündung (sog. Immunkomplex-Glomerulonephritis, kurz GN) hervorrufen. Hierzu zählen praktisch alle bei Hunden und Katzen bekannten Autoimmunerkrankungen, wie z.B. Lupus, und nachweislich auch die Leishmaniose. Auch kommen Thrombosen der Nierenarterien vor, welche die Funktion der Niere beeinträchtigen können.

Generell, aber im Speziellen bei der Katze, muss zusätzlich geklärt werden, ob ein Tumor, etwa ein Lymphom, für das Nierenversagen ursächlich ist.

Bei Hunden und Katzen ab dem fünften bis siebten Lebensjahr ist es empfehlenswert, im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung beim Fachtierarzt, die Messung eines spezifischen Parameters (SDMA) zur Früherkennung von Nierenschädigungen beziehungsweise einer CNI, zu prüfen.

Sind spezifische Parameter und/oder der Nierenwerte erhöht, ist eine gründliche Untersuchung des Tierpatienten angezeigt. Diese sollte neben einer erweiterten Blutuntersuchung im Labor in jedem Fall auch eine Blutdruckmessung, eine Urinuntersuchung und die strukturelle Untersuchung von Nieren und Harntrakt mittels Röntgen und vor allem Ultraschall beinhalten. Je detaillierter die Diagnose, desto besser kann die Therapie, durch den behandelnden Tierarzt, auf den Einzelfall abgestimmt werden. Dies ist sehr wichtig für die sogenannte Prognose, das heißt für die Überlebenszeiten von Katzen und Hunden mit chronischer Niereninsuffizienz.

Leitlinien-gestützte Therapie der chronischen Niereninsuffizienz

Für die Therapie der chronischen Niereninsuffizienz bei Katze und Hund stehen Leitlinien zur Verfügung, die sich unter anderem am genauen Stadium der Krankheit orientieren (sogenannte IRIS-Stadien; http://www.iris-kidney.com/guidelines/index.html). Für die genaue Bestimmung des Stadiums, ist die oben beschriebene Diagnostik essentiell. Je nach Stadium können die Therapiemaßnahmen variieren und beispielsweise eine Nierendiät, eine medikamentöse Behandlung zur Regulation des Blutdrucks, einen Phosphorblocker/-fänger und/oder auch naturheilkundliche Therapiemaßnahmen beinhalten.

Die chronische Niereninsuffizienz ist bei Katzen und Hunden, wie auch beim Menschen leider nicht heilbar. Sie verläuft zudem oft progressiv, sodass die Therapie laufend angepasst und optimiert werden muss. Daher sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen, möglichst beim Fachtierarzt, notwendig. Nachuntersuchungen erfolgen zunächst nach zwei und sechs Wochen. Anschließend kann vielfach auf längere Intervalle zwischen den Nachuntersuchungen übergegangen werden, je nach Befinden des Patienten und Stadium der Erkrankung.

Ihr Fachtierarzt in Hannover: Wir unterstützen Sie beim Therapie-Management

Bei allen chronischen Erkrankungen spricht man heute von einem Therapie-Management. Für das Management der chronischen Niereninsuffizienz bei Katze und Hund ist der Tierbesitzer ein sehr wichtiger Faktor/Therapieassistent, da die meisten Behandlungsmaßnahmen zu Hause durchgeführt werden können (Home Therapie).

Eine Katze/ein Hund mit chronischer Niereninsuffizienz muss gut beobachtet werden, insbesondere Futteraufnahme, Durst und Urinabsatz, Körpergewicht sowie Kondition. Leider neigen Katzen und Hunde mit chronischer Niereninsuffizienz zu häufigen Harnwegsinfekten, welche die Nierenfunktion weiter verschlechtern können, wenn sie nicht umgehend behandelt werden. Ebenfalls kann die sehr zu empfehlende subkutane Infusionstherapie zu Hause durchgeführt werden. Nierenkranke Katzen und Hunde profitieren davon, wenn diese bereits in früheren Stadien begonnen wird.

Als Kleintierpraxis und Fachpraxis für Innere Medizin in Hannover haben wir alle diagnostischen Möglichkeiten, um die Nierenprobleme Ihres Lieblings detailgenau abzuklären. So können wir für Sie und Ihren Vierbeiner einen individuellen, effektiven und im Alltag praktikablen Therapieplan aufstellen. Da wir alle Risikofaktoren sehr gut kennen, raten wir Ihnen frühzeitig zu den entsprechenden Untersuchungen, damit nichts versäumt wird und die Nierenfunktion Ihrer Katze/Ihres Hundes so lange wie möglich erhalten bleibt. Wir beraten Sie kompetent und nach aktuellstem Wissenstand in allen Fragen rund um das Management der chronischen Niereninsuffizienz bei Hund und Katze sowie zu allen anderen Nierenproblemen. Kontaktieren Sie uns und vereinbaren Sie einen Termin für ein erstes persönliches Gespräch.